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Aufmerksamkeit als Rohstoff – Warum wir neu lernen müssen, uns zu fokussieren
19/06/2026
In einer Welt voller Benachrichtigungen, Tabs und Dauerablenkung wird Aufmerksamkeit zu einer Ressource, die wir bewusster denn je schützen müssen. Ein Zeit‑Artikel zeigt: Entscheidend ist nicht, weniger online zu sein, sondern wieder die Kontrolle darüber zu gewinnen, wohin unsere Aufmerksamkeit fließt. Unser Blogbeitrag fasst zusammen, warum Fokus heute schwerer fällt – und was das konkret für Studium und Lehre bedeutet.
Wo war ich gerade? Was wollte ich nochmal? Diese Fragen kennen wir alle. In einer Welt voller Benachrichtigungen, Tabs und To-do-Listen wird Aufmerksamkeit zu einer knappen Ressource. Ein aktueller Artikel von Johanna Jürgens in Die Zeit (27.11.2025) zeigt: Es geht nicht darum, weniger online zu sein, sondern bewusster zu entscheiden, wie wir unsere Aufmerksamkeit einsetzen.
Die Fakten – Was die Forschung sagt:
- Die Zeitspanne, in der wir ununterbrochen am Bildschirm arbeiten, sinkt (Mark et al., 2023).
- Gründe für Unterbrechungen: Langeweile, Gewohnheit, Überforderung, soziale Bedürfnisse, Prokrastination.
- Selbstunterbrechung ohne Grund – der Reiz des Möglichen.
- Smartphones lenken schon ab, wenn sie nur ausgeschaltet in Sichtweite liegen.
- Nach einer Unterbrechung dauert es 23 Minuten, bis wir wieder voll konzentriert sind.
- Switch Costs: Stress, Erschöpfung, erhöhter Blutdruck, gesteigertes Bedürfnis nach trivialer Ablenkung – ein Teufelskreis.
Mehr Input, gleiche Ressourcen:
Wir können theoretisch mehr Informationen aufnehmen als je zuvor. Aber unsere kognitiven Ressourcen bleiben gleich. Das bedeutet: Wir müssen bewusst entscheiden, was wir mit unserer Aufmerksamkeit anfangen.
Zitate, die zum Nachdenken anregen:
„Wenn ich mich wegen meiner Bildschirmzeit verrückt mache, bin ich voll drin im typischen Silicon-Valley-Denken: ich behandle Aufmerksamkeit als etwas, das messbar gemacht und optimiert werden kann. Aber die Frage ist ja nicht: Verbringe ich 37 Minuten zu viel am Handy? Sondern: schaffe ich es noch, ein Buch zu lesen oder ein Gespräch zu führen, mich um meine Kinder zu kümmern, tagzuträumen?“
„Es gehe nicht darum, nicht mehr online zu sein, sondern darum, wieder bewusster zu entscheiden, was wir anfangen wollen mit unserer Aufmerksamkeit, diesem so knappen, zerbrechlichen, wertvollen Rohstoff, der eigentlich nur uns gehören sollte.“
Was heißt das für Studium und Lehre?
- Bewusste Pausen statt Multitasking.
- Smartphone-freie Zonen in Seminaren.
- Fokus-Strategien: z. B. Pomodoro-Technik oder Deep-Work-Zeiten.
- Selbstreflexion: Nicht nur ‚Wie lange war ich online?‘, sondern ‚Was habe ich wirklich getan?‘.
Wer Lust hat, seine Konzentrationsfähigkeit zu testen: d2-Test hier ausprobieren: https://dertestknacker.de/einstellungstest/konzentrationstest/d2-test/
Fazit:
Aufmerksamkeit ist kein technisches Problem, sondern eine Frage der Prioritäten. Sie ist unser wertvollster Rohstoff – und wir entscheiden, wofür wir ihn einsetzen.
Sabine Hammer