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KI im Studium: Unsere Handreichung für Lehrende – und ihre Studierenden
02/07/2026
Unsere Fakultät hat eine kompakte Handreichung erstellt, die Lehrenden eine klare Grundlage für den Umgang mit generativer KI im Studium bietet. Sie ist ausdrücklich dafür gedacht, in Lehrveranstaltungen an Studierende kommuniziert zu werden – einheitlich, transparent und praxisnah. So schaffen wir gemeinsame Leitplanken: Chancen nutzen, Grenzen benennen und Lernprozesse mit KI bewusst stärken.
Generative KI ist längst Teil des Studienalltags: Texte glätten, Code erklären, Ideen finden – viele Studierende nutzen Tools wie ChatGPT, Copilot oder OneTutor ganz selbstverständlich. Gleichzeitig stehen Lehrende vor der Aufgabe, Orientierung zu geben: Was ist erlaubt? Wo liegen die Grenzen? Und wie bleibt Lernen wirklich Lernen?
Um hier Klarheit zu schaffen, haben wir an der Fakultät 07 eine Handreichung zur Nutzung generativer KI im Studium erstellt. Sie ist für Lehrende gedacht, damit diese sie leicht an ihre Studierenden weitergeben und gemeinsam einen reflektierten Umgang mit KI entwickeln können.
Warum eine Handreichung?
In der Lehre wird schnell deutlich: Die Erwartungen an den KI‑Einsatz unterscheiden sich stark. Manche Studierende nutzen KI intensiv, andere sind unsicher, ob das überhaupt erlaubt ist. Die Handreichung bietet deshalb eine gemeinsame Grundlage – einheitlich, transparent und fair.
Wichtige Botschaften aus der Handreichung
1. Datenschutz & Urheberrecht beachten
KI‑Dienste sind öffentliche Webdienste. Deshalb dürfen weder vertrauliche Informationen noch urheberrechtlich geschützte Materialien hochgeladen werden – auch keine Vorlesungsskripte oder internen Unterlagen.
2. KI‑Outputs müssen überprüft werden
Fakten, Zahlen, Quellen und Code aus KI‑Tools können falsch sein. Deshalb gilt: Alles prüfen, nichts ungefiltert übernehmen. Besonders bei Code warnt die Handreichung vor nichtexistierenden Bibliotheken oder potenziellen Sicherheitsrisiken.
3. Lernen braucht eigene Anstrengung
Der Aufwand bei Übungsaufgaben ist der Sinn der Übungsaufgaben. KI darf unterstützen – aber nicht den Lernprozess ersetzen. Sinnvoll ist der Einsatz, wenn KI beim Verstehen hilft: Hinweise statt Lösungen, zusätzliche Übungsaufgaben, Begriffstraining oder das Erklären von Fehlermeldungen.
4. KI ist besser im Überarbeiten als im Erfinden
LLMs reagieren besser, als dass sie selbstständig verlässlich Inhalte erzeugen. Das bedeutet: Für Studierende eignet sich KI besonders gut, um eigene Entwürfe zu verbessern, Texte zu glätten oder Code kommentieren zu lassen – weniger für komplett neue Texte oder Lösungen ohne Kontext.
5. Transparenz schafft Vertrauen
In allen Lehrveranstaltungen gilt: KI‑Nutzung muss vorher geklärt und in Abgaben offen gekennzeichnet werden. Das schützt Studierende vor Missverständnissen und ermöglicht Lehrenden eine faire Bewertung.
Fazit
Mit der neuen Handreichung möchten wir dazu beitragen, dass KI weder als Gefahr noch als magisches Werkzeug betrachtet wird – sondern als das, was es ist: ein Hilfsmittel. Wenn Lehrende klare Rahmen geben und Studierende wissen, wie sie KI sinnvoll nutzen können, entsteht eine Lernkultur, die Verantwortung teilt und den Lernprozess stärkt. Generative KI verändert das Studium – aber nicht den Kern des Lernens. Unsere Handreichung soll dabei unterstützen, dass Studierende KI kompetent, kritisch und produktiv einsetzen – und Lehrende sie auf diesem Weg begleiten können.
Ergänzend lohnt sich ein Blick in den KI‑Guide der Universität Hamburg, der praktische Hinweise speziell für Studierende zusammenfasst (https://www.hcl.uni-hamburg.de/ddlitlab/gki/gki-landing-page/studi-guide.html).
Sabine Hammer